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Zauberhelene

Ungarisches Märchen, Seite 1 ( von 5 )

Es war einmal ein König und eine Königin, die hatten drei Töchter und einen Sohn. Da besprachen sich einst der König und die Königin, und redeten so: "Wenn jede unserer Töchter heiratet, so wird jede einen Teil unseres Königreichs bekommen müssen, so wird unser Königreich sehr klein werden, es ist also besser, wir verheiraten alle drei an unsern Sohn, so bleibt das Königreich beisammen. In acht tagen ist die Ernte vorbei, dann wollen wir sogleich Hochzeit halten." Der Sohn hatte diese Rede gehört, und dachte sich: daraus wird nichts: Während nun der König und die Königin auf einer entfernten Puszta waren, den Schnittern nachzusehen, trat Jemand an das Fenster, klopfte, und sprach zum Prinzen: "Kleiner Königsohn! ich will Deine älteste Schwester heiraten;" der kleine Prinz antwortete: "Warte ein wenig, gleich sollst Du sie haben." Er rief seine älteste Schwester, und wie sie in das Zimmer trat, warf er sie zum Fenster hinaus. Sie fiel aber nicht zur Erde, sondern auf eine goldene Brücke, die lang, sehr lang war und bis zur sonne reichte. Der Jemand fasste sie bei der Hand, und führte sie auf der goldnen Brücke fort bis in sein Königreich mitten in der Sonne; denn dieser Jemand war der Sonnenkönig. Als es Mittag geworden, trat wieder Jemand an das Fenster, klopfte und sprach: "Kleiner Königssohn! ich will Deine zweite Schwester heiraten." Der kleine Prinz antwortete: "Warte ein wenig, gleich sollst Du sie haben." Er ging in das Zimmer seiner zweiten Schwester, nahm sie auf den Arm und warf sie zum Fenster hinaus. Sie fiel aber nicht auf die Erde, sondern in einen Wagen aus Luft. Vier Pferde, die unaufhörlich schnaubten und sich bäumten, waren angespannt; der Jemand setzte sich zu ihr in den Wagen, und wie er die Peitsche schwang, breiteten sich die Wolken aus zu einer Heerstraße, des Wagens Rollen war Sturm, und er verschwand im Augenblick. Der Jemand war der Windkönig. Der kleine Königssohn war froh, bereits zwei Schwestern angebracht zu haben; als daher abends wieder Jemand am Fenster erschien und klopfte, sprach er: "Du brauchst nicht zu reden, ich weiß schon, was Du willst," und warf auch seine dritte Schwester aus dem Fenster. Diese fiel in einen silberhellen Bach. Der Jemand fasste sie beim Arm und die Wellen trugen sie sanft dem Mond zu; denn der Jemand war Niemand anders als der Mondkönig. Der kleine Königsohn aber legte sich vergnügt zu Bette.
Als der König und die Königin am nächsten Morgen zurückkamen und hörten, was der kleine Königsohn getan, verwunderten sie sich nicht wenig; weil sie aber so mächtige Schwiegersöhne bekommen, wie der Sonnen-, Wind- und Mondkönig, waren sie zufrieden und sagte zu dem kleinen Königsohn: "Sieh! wie mächtig sind Deine Schwestern geworden durch ihre Männer. Du musst Dir auch eine mächtige Königstochter aussuchen zu Deiner Frau." Der kleine Königsohn entgegnete: "Ich habe mir schon eine ausgesucht, Zauberhelene wird meine Frau und keine Andere. Der König und die Königin erschraken über diese vermessene Rede sehr, und versuchten ihn von diesem Gedanken abzubringen durch allerhand vernünftige Redensarten; weil ihnen aber dies auf keinerlei Weise gelang, sprachen sie endlich: "Nun so ziehe hin, mein Sohn, der Himmel geleite Dich bei Deinem vermessenen Unternehmen." Zwei Flaschen aber nahm der König aus seinem Kasten und gab sie seinem Sohn mit diesen Worten: "Sieh, mein Sohn, diese eine Flasche enthält das Wasser des Todes. Wenn du einen Toten mit dem Wasser des Lebens bespritzest, wird er lebendig; bespritzest du aber einen Lebenden mit dem Wasser des Todes, so stirbt er also gleich. Nimm diese Flaschen, sie sind mein größter Schatz; vielleicht können sie Dir nützlich sein."





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